Berlin, Neukölln, ein sogenannter ‚sozialer Brennpunkt‘. Im über und über mit Graffiti verzierten Altbau liegt die ADV-Rehabilitationsklinik F42. Dass es sich um eine Suchtklinik handelt, erkennt man erst auf den zweiten Blick: „Clean Leben“ steht in großen Lettern auf einem Rollladen. In die F42 begeben sich diejenigen, die sich aus einem Leben in der Abhängigkeit lösen wollen. Sie sind zwischen 20 und 60 Jahre alt, stammen aus unterschiedlichen kulturellen Umfeldern, manche haben keine Wohnung, viele keine Arbeit, häufig gibt es familiäre Probleme. Einige von ihnen haben bereits mehrfach versucht, zu entziehen – bisher ohne Erfolg. Sucht- und Leidensdruck sind groß. Deshalb kommen sie aus ganz Deutschland in das Herz von Neukölln. TUN & LASSEN begleitet sie auf ihrem Weg.
TUN & LASSEN bricht dabei das Klischee des passiven Opfers auf: Man begegnet den Protagonist:innen auf Augenhöhe, an einem Spannungsort zwischen Motivation und Rückfall, Akupunktur und Kunsttherapie, Selbsterkenntnis und Kontrolle. Gleichzeitig macht der Film sichtbar, warum kurzfristige Maßnahmen oft nicht ausreichend sind und es stattdessen Menschlichkeit, Engagement, Energie, Verständnis und dauerhafte safer spaces im Kiez und im Alltag mitten in der Stadt braucht.
Produziert wurde TUN & LASSEN von Ingo Fliess, if...filmproduction, die u.a. auch den 2026 mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Spielfilm GELBE BRIEFE und den vielfach preisgekrönten LEHRERZIMMER produzierten
